Thema 6: Kolloidchemie – Tyndall-Effekt & Nanopartikel im Alltag

MINT 8. Klasse  ·  Mikro- und Nanokosmos  ·  10–15 Minuten Präsentation

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Chemie

Kolloidchemie – Tyndall-Effekt & Nanopartikel im Alltag

Milch sieht weiss aus, obwohl sie grösstenteils aus Wasser besteht. Nebel macht einen Lichtstrahl sichtbar, klare Luft nicht. Sonnenstrahlen werden im Wald sichtbar, wenn Staub oder Dunst in der Luft schwebt. All das ist dasselbe Phänomen: Der Tyndall-Effekt. Er entsteht, wenn Licht auf Nanopartikel oder Mikropartikel trifft, die zu gross sind, um unsichtbar zu sein, aber zu klein, um das Licht zu blockieren. Sie streuen es – und machen sich dadurch sichtbar. Kolloide sind überall um uns herum: Milch, Nebel, Farbe, Blut, und sogar unsere Zellen.

  • Ich kann erklären, was ein Kolloid ist und wie es sich von einer echten Lösung unterscheidet.
  • Ich kann den Tyndall-Effekt erklären und Beispiele nennen.
  • Ich verstehe, warum Nanopartikel in Lösungen besondere optische Eigenschaften haben.

In einer echten Lösung (z.B. Salzwasser) sind die gelösten Teilchen kleiner als 1 nm – man kann sie mit Licht nicht sehen. In einem Kolloid sind die Teilchen zwischen 1 und 1000 nm gross – zu klein zum Sehen, aber gross genug um Licht zu streuen. Der Tyndall-Effekt tritt auf, wenn Licht an diesen Partikeln gestreut wird und so sichtbar wird. Eine Lösung aus Natriumchlorid zeigt keinen Tyndall-Effekt; verdünnte Milch dagegen zeigt ihn deutlich.

Bekannte Kolloide: Milch (Fettkügelchen in Wasser), Rauch (feste Partikel in Luft), Nebel (Wassertröpfchen in Luft), Farbe (Pigmentpartikel in Bindemittel), Gelatine (Proteinnetzwerk in Wasser). In der Nanotechnik nutzt man kolloidale Nanopartikel aus Gold oder Silber – sie leuchten in intensiven Farben, die sich je nach Partikelgrösse verschieben.

Vorbereitung: Drei Gläser oder Becher vorbereiten: (1) klares Wasser, (2) Wasser mit ein paar Tropfen Milch (leicht trüb), (3) stark verdünnte Milch.

Durchführung: Raum abdunkeln. Haltet eine Taschenlampe oder Handytorch von der Seite durch die Flüssigkeit. Im klaren Wasser ist der Lichtstrahl kaum sichtbar. Im Milchwasser leuchtet der Strahl deutlich auf – die Milchfettkügelchen (kolloidale Nanopartikel) streuen das Licht.

Erweiterung: Versucht es auch mit: verdünntem Kaffee, Gelatinelösung, verdünntem Obstsaft. Welche zeigen den Tyndall-Effekt, welche nicht?

Verbindung zur Nanotech: Zeigt ein Bild von Goldnano-Lösungen verschiedener Partikelgrössen – sie sehen rot, blau oder lila aus, obwohl Gold normalerweise golden ist. Das ist der gleiche Effekt, nur mit sehr kontrollierten Nanopartikeln.

  • 3 durchsichtige Gläser oder Becher
  • Wasser
  • Milch (wenige Tropfen genügen)
  • Taschenlampe oder Handy-Taschenlampe
  • Optional: Gelatinepulver, Kaffee, Obstsaft zum Vergleich
  • Dunkler Raum oder abgedunkelte Ecke
2 Min.
Einstieg: Waldlicht / Nebel
3 Min.
Erklärung Kolloid & Tyndall
5 Min.
Experiment mit Klasse
3 Min.
Goldnano & Ausblick & Fragen
  1. Warum ist Milch weiss, obwohl die Fettkügelchen darin farblos sind?
  2. Ein Goldnanopartikel mit 20 nm Durchmesser erscheint rot in Lösung. Warum ist das möglich, wenn Gold doch golden ist?
  3. Wie könnte man mit dem Tyndall-Effekt feststellen, ob ein Wasser sauber ist oder Partikel enthält?
Tipp: Startet mit dem Bild von Sonnenstrahlen im Wald – das kennt jeder. Dann kommt die Frage: «Was genau macht diese Strahlen sichtbar?» Das führt direkt zum Thema.